Digitale Patientenkommunikation im Zeitalter von Dr. Google

Der Gesundheitsreport 2016 der STADA Arzneimittel AG legt die Arzt-Patienten-Beziehung anhand einer umfassenden Studie auf den Tisch. Nach Diagnosen des Arztes holen sich zwei von drei Bundesbürgern eine Zweitmeinung ein, vor allem im Internet.
Vor einiger Zeit haben wir schon einmal über Dr. Johannes Wimmer berichtet, der den Medizindschungel mit Witz und einfachen Wörtern in über 40 Videos erklärt. Er berichtet nicht nur in Videos auf seiner Webseite und bei Youtube, sondern ist auch ein TV-Star mit seiner Serie beim NDR-Fernsehen. Dr. Johannes Wimmer ist Experte auf dem Gebiet der digitalen Patientenkommunikation und referiert für den Gesundheitsreport 2016 der STADA Arzneimittel AG. Diese Studie legt alle Karten der Patienten-Arzt-Beziehung auf den Tisch.

Wo informiert sich die deutsche Bevölkerung bei Beschwerden zuerst?

Das digitale Zeitalter ist schon längst in der Apotheke angekommen. Der APOTHEKEN FACHKREIS , eine Gemeinschaft von Vor-Ort Apotheken, berichtet in einem Artikel über die Aposcope-Umfrage von Apotheke Adhoc zum Thema Digitalisierung in Apotheken. 51 % der befragten Apotheker gaben an, dass Sie bereits digitale Formate benutzen und bekräftigt somit das Argument von der bereits eingetretenen Welle der Digitalisierung.

Patienten suchen ihre Symptome zunehmend im Internet bei Dr. Google bevor sie den Gang zur Apotheke oder Arzt antreten. Natürlich stoßen Patienten hier auf eine große Menge an Informationen, die oftmals überfordern. Spiegel Online berichtete in einem Artikel über das Internet als Gesundheitszentrum. Kaum zwickt oder zuckt etwas, steigen viele schon in ihr Boot, rudern den Datensee hinaus und angeln im Internet nach Symptomen und Ursachen. Die Seriosität dieser unglaublichen Daten ist für medizinische Laien oftmals schwierig zu beurteilen. Dr. Johannes Wimmer erklärt in diesem kurzen Video die Kundenkommunikation im digitalen Zeitalter.
Der Gesundheitsreport 2016 verdeutlicht viele Ergebnisse über Körper und Geist der deutschen Bevölkerung. Wir wollen uns aber der Patienten-Arzt-Beziehung widmen. Die Ergebnisse zeigen, dass bei lediglich 49 Prozent der befragten Teilnehmer der Arzt die erste Anlaufstelle ist. Interessant wird es bei der anderen Hälfte der Bevölkerung, welche sich Gesundheitsinformationen über andere Wege beschafft.
 
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Arzt-Patienten-Beziehung

Die Deutschen holen sich also ihre Gesundheitsinformationen vermehrt im Internet, so sind es 41 Prozent, die auf Basis der Ergebnisse des Gesundheitsreports 2016 eine Zweitmeinung im Internet suchen. Dr. Johannes Wimmer erklärt im bereitgestellten Video, dass unglaubliche 28 Prozent der Patienten nach dem Arzt bzw. Apotheken-Besuch den vermittelten Inhalt vergessen. Nun gibt es aber Dr. Google und die Beschaffung der vergessenen Inhalte kann bequem nach dem Besuch von zu Hause aus erfolgen.

Nicht nur Google spielt sich negativ auf die Patienten-Arzt-Beziehung aus, auch Communities von medizinischen Laien, die es im Internet vermehrt gibt, sind Auslöser der sinkenden Beziehung zueinander. Gewöhnlich informieren sie sich lieber vom Sofa zu Hause über das Internet, als sofort den Gang zum Arzt zu wagen. 17% der befragten Teilnehmer des Gesundheitreports 2016 suchen sich also zuerst in Online-Communities nach Gesundheitsinformationen. Lediglich 6 % fragen den Apotheker vor dem Arzt-Besuch.


Aber was sind die Gründe des sinkenden Vertrauen in Ärzte?

13 Prozent antworteten beim Gesundheitsreport 2016 aufgrund von langen Wartezeiten. Nicht nur Wartezeiten sind dafür verantwortlich, auch die mangelhafte Zeit des Arztes, welches 11 Prozent angaben. Nehmen wir uns nochmal die lange Wartezeit zur Brust. So wurde vorhin beschrieben, dass Patienten zunehmend bequem werden, aus diesem Grunde müssen sich Mediziner umstellen und die Vorteile der digitalen Welle nutzen.


"Die Ärzte müssen sich umstellen. Im Internet-Zeitalter gewöhnt sich die Gesellschaft an: einfach, schnell und komfortabel. Stundenlange Wartezeiten bei Ärzten passen nicht in diesen Wandel. Das gilt auch für die Öffnungszeiten von Praxen, die in der Regel genau innerhalb der Arbeitszeit liegen. Die Mediziner müssen flexibler werden und sich stärker dem Internet als Informationsplattform widmen, um langfristig Vertrauen und Wertschätzung zurück- zugewinnen." - Dr. Johannes Wimmer


Als zentrales Medium der digitalen Patientenkommunikation kann der Arzt die Webseite nehmen, von dieser er den Patienten mit Content-Management wie Blog-Beiträgen oder Podcasts erreicht. Natürlich kann sich der Arzt auch mit dem Internet 2.0, dem sogenannten Social Media vertrauen und Facebook oder Twitter als Kommunikationsmedium verwenden. Ein Vorteil daran ist, dass diese Kanäle die zentrale Informationsplattform der Webseite unterstützen und Patienten auf diese Plattform leiten. Mit Facebook oder Twitter lässt sich spielend ein Dialog mit dem Patienten herstellen und dadurch die Beziehung zueinander stärken.

An dieser Stelle möchte ich auch auf das Buch von Alexandra Schramm "Online Marketing in der Apotheke", welches sich sehr gut auf Ärzte ableiten lässt, hinweisen. Falls die Digitalisierung schon in den Blutbahnen schwimmt, empfehle ich Blog-Beiträge des APOTHEKEN-FACHKREISES, die über digitales Marketing in der Apotheke berichten (gibt es auch als Podcast-Version). Dieser Content lasst sich ebenfalls spielend auf Ärzte übertragen.

Wie steht ihr zu der Arzt-Patienten-Beziehung und habt ihr Erfahrungen, die ihr gerne teilen würdet? Wie können Ärzte die Digitalisierung nutzen, um die Beziehung zum Patienten zu stärken?

via: STADA Gesundheitsreport 2016.de

Fotos: stada.de

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