Bewegung – warum nicht auf Rezept?

Frank M. Amort & Othmar Moser der Fachhochschule Joanneum am Institut Gesundheitsmanagement im Tourismus stellen uns diesen interessanten Artikel zur mangelnden Bewegung der heutigen Gesellschaft zur Verfügung.
Erwachsene sollten laut den österreichischen Bewegungsempfehlungen pro Woche 300 Minuten Bewegung mit mittlerer oder 150 Minuten mit hoher Intensität durchführen. Hand aufs Herz: Machst du in diesem Sinne genügend Bewegung? Nur knapp die Hälfte der ÖsterreicherInnen macht im Sinne dieser Richtlinie genügend Bewegung.

Dabei ist aber hinlänglich bekannt: Zu wenig an Bewegung macht krank – und das in vielfacher Weise: körperlich, mental und auch auf sozialer Ebene. Auch im Sinne des gesunden Alterns ist Bewegung wohl die beste Pille, die geschluckt werden könnte. Insbesondere für ein Leben mit chronischen Erkrankung empfiehlt sich vornehmend die Bewegung: sie hat weniger Nebenwirkungen und wirkt – bei richtiger Dosis – umfassend und OHNE negative Nebenwirkungen.

Medikamente werden von den ÄrztInnen verschrieben, Bewegung wird meist nur empfohlen. Dabei hätten die ÄrztInnen zumeist das notwendige Vertrauensverhältnis und auch medizinisches Wissen. Es stellt sich also die Frage, wieso bisher so wenig auf das Konzept „Bewegung auf Rezept“ gesetzt wird. In der Schweiz wurde 2012 das Modell PAPRICA (Physical Activity Promotion in Primary Care) umgesetzt, Schweden entwickelte das PAR-Modell (Physical Activity Referral). Es gibt also Modelle, aber noch immer keine fix im Gesundheitssystem verankerte Form des „Bewegung auf Rezept“. Bewegung würde so Teil einer Gesundheitsversorgung wie Medikamente und andere Therapien.


Autoren: Frank M. Amort & Othmar Moser (Mitarbeiter am Institut Gesundheitsmanagement im Tourismus der FH JOANNEUM) koordinieren von 2016 bis 2017 ein Modellprojekt in der Steiermark (Österreich) zur Bewegungsförderung in der Primärversorgung.

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