Bandscheiben - unsere Stoßdämpfer

Bandscheiben sind Bestandteile der Wirbelsäule und liegen zwischen den Wirbelkörpern. Diese verbinden die Wirbel untereinander und tragen zu ihrer Beweglichkeit bei. [1]
Bandscheiben bestehen zu über 80 Prozent aus Wasser und im Innern liegt der sogenannte Gallertkern - ein festerer Faserring, welcher die Substanz in Form hält. Mit Belastungen beim Gehen, Laufen, Joggen, Stehen oder Sitzen verlieren diese im Laufe des Tages an Wasser. Durch längeres liegen, können sie sich wieder "aufpumpen". Das ist auch der Grund, warum wir über den Tag um zwei bis drei Zentimeter schrumpfen. [2]


Aber worin besteht die größte Belastungsprobe unserer Bandscheiben und wie kommt es zum Bandscheibenvorfall?

Sehr gut zu verdeutlichen ist es mit dem gefüllten Berliner Pfannkuchen. Man kann sich das vorstellen wie bei einem gefüllten Berliner Pfannkuchen: "Wenn man zu stark drückt, quillt irgendwo die Marmelade heraus“, erklärt Dr. Zier. Genau das passiert bei einem Bandscheibenvorfall. Das heißt also, durch hohen Druck über einen längeren Zeitraum entstehen die größte Belastungsprobe für unsere Stoßdämpfer. Der Faserring, welcher weiter oben im Artikel beschrieben wurde, stellt ein zentrales Problem dar. Dieser hält irgendwann durch den natürlichen Alterungsprozess und mangelnde Bewegung dem Druck des zähflüssigen Gallertkerns nicht mehr stand und reißt ein. Durch diese Risse kann sich die „Marmelade“ nach außen schieben - etwa beim Bücken oder bei einer ungeschickten Kopfbewegung.

Trifft diese Substanz ("Marmelade") auf Nervengewebe, kann es zu einer Entzündung kommen. Die typischen Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall strahlen bis in die Beine (bei einem Vorfall im Lendenbereich) oder seltener in die Arme (wenn die Halswirbelsäule betroffen ist) aus. Auch ein Kribbeln in Bein oder Arm, Taubheitsgefühle oder gar Lähmungserscheinungen können durch einen Bandscheibenvorfall verursacht werden. In seltenen Fällen können sogar Blasen- und Darmfunktion durch den verrutschten Gallertkern lahmgelegt werden. In diesen Fällen sowie bei schwerwiegenden Lähmungen sollte der Bandscheibenvorfall so schnell wie möglich operiert werden, um bleibende Schädigungen zu verhindern. [3]

Schmerzhafte Bandscheibenvorfälle lassen sich dennoch oft vermeiden. Lesen Sie hierzu Tipps von Experten - zudem sollten Sie bei schweren Lasten auf sich achten: halten Sie hierzu die zu tragende Last so nah wie möglich am Körper, den Rücken gerade und benutzen Sie die Beinmuskulatur. Dazu brauchen Sie eine gute Spannung der Bauchmuskulatur und vermeiden Sie eine Überlastung von 10 kg (Frauen) und 25 kg (Männer) ab dem 45. Lebensalter.


Innovative Idee der künstlichen Bandscheibe - neue Beweglichkeit ohne Schmerz.

Die künstliche Bandscheibenprothese ist eine sehr schonende Alternative zur Versteifung. Die natürliche Beweglichkeit des Wirbelsäulenabschnitts, in dem sich der Bandscheibenvorfall ereignet hat, bleibt in hohem Maße erhalten. Durch unterschiedliche Implantat-Größen kann der Arzt ein auf das Patient abgestimmtes Modell wählen - so lässt sich der der natürliche Aufbau ihrer Wirbelsäule mithilfe künstlicher Bandscheibenprothesen rekonstruieren. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für größtmögliche Beweglichkeit - und weniger Schmerzen!

Die Implantation dauert heute dank minimal-invasiver Operationsmethoden in der Regel nicht länger als zwei Stunden und die Patienten sind danach schnell wieder mobil: Nach sechs Wochen können sie sich wieder körperlich leicht betätigen und schon nach drei Monaten ist die Prothese dank spezieller Beschichtung fest in die Wirbelknochen eingewachsen. [4]
via: [1] DocCheck, [2] [3] Stada Arzneimittel AG, [4] DocCheck.

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