Patient bekommt Halswirbel aus dem 3D-Drucker implantiert

Dem Neurochirurgen Ralph Mobbs und seinem Team vom Prince of Wales Krankenhaus in Sydney ist es gelungen einen Patienten zu retten, der an einer seltenen Form von Halswirbelkrebs litt.

Wie ist die OP verlaufen?

Die vom Tumor angegriffen Halswirbel wurden in der sehr komplizierten Operation entfernt und durch zwei im 3D-Drucker entstandene künstliche Halswirbel ersetzt. Ohne die OP hätte der Patient mit der Zeit die Kontrolle über seine Arme und Beine sowie die Fähigkeit zum Essen und Sprechen verloren.

Etwa 15 Stunden dauerte der riskante Eingriff, wobei zeitweise sogar der Kopf vom Nacken getrennt werden musste. An die betroffene Stelle gelangten die Ärzte durch den Mund des Patienten, wodurch er nun noch einige Monate benötigen wird bis sich der Rachen von der OP erholt hat. Anschließend wird es ihm aber möglich sein wieder ein ganz normales Leben zu führen.

Die Ärzte hoffen, dass es so in Zukunft auch vielen weiteren Patienten geht, die von der bahnbrechenden OP und der neuen Technik der 3D-Drucker in der Medizin profitieren können.

Was ist das besondere an der medizinischen 3D-Technik?

Der medizinische Standard bei Operationen dieser Art ist derzeit die Verwendung von Knochenmasse aus anderen Teilen des Körpers. Das Problem dabei ist, dass die Ersatzwirbel nicht wirklich passen, was zu gefährliche Komplikationen nach der OP führen kann.

Bei dem neuen Verfahren benutzen die Ärzte künstliche Wirbelkörper aus dem 3D-Drucker, die von der Firma Anatomics hergestellt werden. Der große Vorteil hierbei ist, dass die Wirbel aus dem 3D-Drucker perfekt an den Patienten angepasst werden können. Zwei Monate lang hat Vorbereitung auf die OP gedauert.

Was bedeutet der Erfolg der 3D-Drucker für die Zukunft der Chirurgie?

"Ich habe keine Zweifel daran, dass das die nächste große Weiterentwicklung der Medizin ist. Der Heilige Gral, aus meiner Sicht, ist die Herstellung von Knochen, Gelenken und Organen auf Knopfdruck, um Körperfunktionen wiederherstellen und Leben retten zu können", so Mobbs gegenüber Mashable Australia.

Eine ähnliche OP ist chinesischen Ärzten bereits 2014 gelungen. Die stetige Weiterentwicklung der 3D-Drucker bleibt sehr vielversprechend und auch Mobbs ist sehr zuversichtlich:

"In der nicht zu weit entfernten Zukunft wird all das möglich sein, entsprechende rechtliche und ethische Regeln vorausgesetzt. Aber ob wir nun Bandscheiben für Patienten oder eine Bauchspeicheldrüse für Diabetiker ausdrucken, all das wird noch zu unseren Lebzeiten möglich sein."

Noch mehr Infos zu dem Thema und auch ein kurzes Video der OP findet ihr bei ABC News Australia.

In Deutschland nutzen Ärzte 3D-Modelle schon seit einiger Zeit, um komplizierte Eingriffe zu simulieren und maßgefertigte Prothesen für die Orthopädie herzustellen. Ich finde es faszinierend, was die Technik der 3D-Drucker in der Medizin alles ermöglichen wird und bin gespannt, wie schnell diese Verfahren sich auch hierzulande etablieren werden.

Was glaubt ihr? Hat der 3D-Druck und die sogenannten "customized medical devices" das Zeug dazu, die Medizin zu revolutionieren?

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