Ich sag mal Jolo

Startup entwickelt medizinischen Cannabis-Inhalator

Das Startup „Syqe Medical“ aus Israel hat einen Cannabis-Inhalator entwickelt, um eine genaue Dosierung beim Konsum von medizinisches Marihuana zu ermöglichen.
Medizinisches Marihuana kommt weltweit schon seit langem bei Krebspatienten oder solchen mit chronischen Schmerzen zum Einsatz. Auch in Deutschland solls laut Gesundheitsminister Hermann Gröhe im Frühjahr losgehen. Medizinisches Cannabis wird als Naturstoff verkauft, also chemisch unverändert und ohne Zusatzstoffe. Es kann gegen Übelkeit und Erbrechen helfen, aber auch Schmerzen lindern. Ebenso bei Depressionen oder epileptischen Anfällen kann Gras auf Rezept eine durchaus hilfreiche Alternative sein. Jedoch war es bisher noch ein Problem, das Marihuana beim Rauchen eines Joints konstant zu dosieren. Der „Syqe Inhaler“ kann dieses Problem lösen.


Inhalator statt Joint bietet viele Vorteile

Der Inhalator kommt aus dem 3D-Drucker und existiert in zwei verschiedenen Varianten: Einer für das Krankenhaus und einer für den Privatgebrauch. Letztere Version passt bequem in die Hosentasche und kann mit Patronen mit 100 Mikrogramm Cannabis beladen werden. Da der Inhalator viel präziser und effektiver ist als das Rauchen eines Joints oder einer Bong, reicht eine geringe Menge Cannabis aus, um das therapeutische Fenster optimal zu erreichen.
Das Gerät verbindet sich drahtlos übers Smartphone des Patienten mit einer klinischen Datenbank, die es Ärzten, Forschern und andere Gesundheitseinrichtungen ermöglicht auf den Inhalator zuzugreifen. Der Inhalator für Krankenhäuser ist größer und kann auf Intensivstationen, Krebsstationen oder in der Schmerztherapie zum Einsatz kommen. Ärzte können die Dosen für die jeweiligen Patienten online festlegen und in den Inhalator einprogrammieren. Mehr dazu im Video:
Die Möglichkeit, genaue Dosen verabreichen zu können, wird auch die Forschung wesentlich voranbringen, da so detaillierte Studien über die Wirksamkeit von medizinischem Marihuana ermöglicht werden. Außerdem ist ein Inhalator für Patienten, die nicht an den Cannabis-Konsum gewöhnt sind, vielleicht eine bessere Alternative als die herkömmliche Konsummethode mittels eines Joints.


Wird es den Inhalator auch in Deutschland geben?

In Israel ist das Gerät bereits zugelassen und erhältlich. Eine Zulassung in Deutschland steht jedoch noch aus, wobei der Bedarf definitiv vorhanden ist. Denn im letzten Jahr haben in Deutschland rund 5000 Patienten Cannabiswirkstoffe in Form von Tropfen oder Sprays bekommen. Etwa 500 Kranke wurden aufgrund von Sondergenehmigungen mit Cannabisblüten zum Rauchen versorgt. Experten rechnen damit, dass durch die geplanten Änderungen im Cannabiskontrollgesetz in Zukunft rund 800.000 Patienten im Jahr mit medizinischem Cannabis auf Rezept zu versorgen sind.


via: trendsderzukunft.de und welt.de

Fotos: syqe medical

Heiko Block

Heiko Block

Ich bin vom digitalen Wandel im Gesundheitswesen fasziniert. Mit großem Interesse verfolge ich die Entwicklungen im Krankenhausbereich und wie Startups mit E-Health Anwendungen oder innovativen Apps den Markt aufmischen.
Neben meinem Masterstudium der Gesundheitswirtschaft bin ich als Praktikant in einem E-Health Startup unterwegs.
Heiko Block

1 Comment

  1. Dieter Joseph sagt:

    …leider nur in englisch – warum nicht in deutsch, der künftige Markt?

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